Sonntag, 24. August 2014

Einblick ins schwedische Schulsystem Teil 2: Nachmittagsbetreuung

Eine Schule in Schweden besteht nicht nur aus Vormittagen, sondern auch aus der Nachmittagsbetreuung. Ich weiss, dass sich da in Deutschland auch viel getan hat. Hier kommt das schwedische Modell: Fritidshem - Freizeitheim frei übersetzt:)

Jedes Kind hat bis zum Alter von 13 Jahren (Max. bis zum 2. Halbjahr) Anrecht auf eine Betreuung, wenn die Eltern berufstätig sind oder studieren. Ein Schulleiter kann in Ausnahmefällen einen Platz genehmigen, wenn die soziale Situation oder die Schulsituation dieses erfordern. Der Platz ist dann aber trotzdem kostenpflichtig. In unserer Kommune kostet ein Platz maximal 85 Euro, ist aber vom Entkommen anhängig. Ab einem bestimmten Einkommen ist der Höchstbetrag 85 Euro. Auch in den Ferien wird die Betreuung angeboten.

Ein Schultag endet in der 1.-3. Klasse ca. 13.00-13.30 Uhr und ab der 4. klasse ca 14.15-14.45 Uhr. Danach beginnt die Betreuung.

Momentan habe ich vier verschiedene Betreuungseinheiten: eine für die Vorschulklasse, eine für die Erstklässler, eine für die zweite, vierte und fünfte Klasse zusammen und noch eine Einheit für die Schüler der dritten Klasse. Wir bieten auch Frühbetreuung an, ab 06.30 Uhr kann man seine Kinder bringen, wenn es der Arbeitsplatz so erfordert.
Wir "öffnen" und "schliessen" immer in der gleichen Einheit und ab ca 16.30 Uhr sammeln wir alle Kinder, die noch da sind in einem Haus.

Da der Aufenthalt der Kinder an die Arbeitszeiten der Eltern angepasst ist, werden die Kinder laufend abgeholt. Hier kann ich z. B. einen Vorteil in Deutschland sehen. So wie ich es in Deutschland gesehen habe, werden alle Kinder ca. 16.00 Uhr abgeholt. Dadurch kann man zum einen besser Planen und zum anderen können auch die Kinder ihre Aktivitäten in Ruhe durchführen.
Ein Nachteil in Deutschland ist natürlich, dass die meisten Berufstätigen ja nicht um 16.00 Uhr Feierabend machen, in Schweden auch nicht. Und deshalb bieten wir eine Betreuung bis maximal 18.30 Uhr an. Es sind nicht wirklich viele Kinder so lange da, aber im Bedarfsfall ist es eben möglich.

Die Betreuung am Nachmittag ist zum Teil im Schulgesetz geregelt, aber es gibt auch allgemeine Anweisungen von der Schulbehörde, wie die Betreuung auszusehen hat. Der Nachmittag soll die Verlängerung des Vormittags sein und das Lernen soll sich natürlich fortsetzen. Wir planen verschieden Aktiviteten, machen kleinere Ausflüge, basteln oder backen oder spielen auf dem Schulgelände.
Eine Herausforderung ist die pädagogische Planung von Aktiviteten. Viel Zeit wird mit "Spielen" verbracht und nicht immer gibt es ausgesprochene Lernziele oder durchdachte Absichten. Hier können wir noch viel besser werden;)

So, das dürfte erst mal als Info reichen!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen